2.11.78.2, 2018-12-05 18:30:44

FAQs.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Elektromobilität.

Elektrofahrzeuge, egal ob im privaten oder gewerblichen Umfeld, beziehen ihre Energie meistens aus dem Niederspannungsnetz.

In Deutschland fließt aus Haushaltssteckdosen Wechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt. Möglich sind aber auch dreiphasige Anschlüsse mit 400 Volt, häufig auch als „Starkstrom“ bezeichnet. Die Stromstärke ist im Haushalt üblicherweise mit entsprechenden Sicherungen auf 16 A begrenzt.

Die Strommenge aus regenerativen Quellen ist extrem volatil. Starker Wind und wolkenloser Himmel sorgen zeitweise bereits für reichlich Überschuss. Windräder und Solaranlagen werden dann abgeschaltet bzw. es kommt zu negativen Strompreisen an der Strombörse. Hier ist intelligent integrierte Elektromobilität sogar Teil der Lösung und nicht des Problems: Zukünftig könnten in Zeiten eines Überschusses die Batterien von Elektrofahrzeugen als mobile Stromspeicher dienen. Wenn die Sonne nicht mehr scheint und der Wind schwächer weht, wird die Energie dann aus den Autos in das Haus oder Stromnetz zurückgespeist (Vehicle-to-Grid oder V2G). Mit größeren Batterien und entsprechenden Erlösmodellen für den Fahrer, könnte dieser einen Teil der Batterie, den er z.B. für das wöchentliche Pendeln nicht benötigt, dafür einsetzen.

Wenn Arbeitnehmer ihr Elektrofahrzeug an die Ladestation anschließen, sobald sie das Firmengelände erreichen, kann es im Niederspannungsnetz tatsächlich Probleme geben.

Produzierende Gewerbebetriebe kennen sich jedoch bereits mit Themen wie Lastmanagement aus. Diese Technologie wird auch auf die Ladestation erweitert. Dabei legt der Verantwortliche die maximale Stromstärke fest, die für das Aufladen von Elektrofahrzeugen zur Verfügung gestellt wird. So werden Lastspitzen und damit zusätzliche Kosten vermieden. Sobald die großen Produktionsanlagen hochfahren oder die Kantinenküche zwischen 9 und 11 Uhr viel Strom benötigt, müssen sich die Elektrofahrzeuge gedulden bzw. werden langsamer geladen. Erst wenn die Nachfrage auf dem Firmengelände wieder sinkt, werden die Batterien in den Autos geladen. Wie viele Elektrofahrzeuge an Ihrem Standort geladen werden können hängt von der Größe und dem Einsatzprofil ab und muss in einer Situations- und Bedarfsanalyse ermittelt werden.

Die Aufgabe, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur aufzubauen, teilen sich in Deutschland die öffentliche Hand, die Fahrzeughersteller und die Stromproduzenten. Aus aktuell rund 12.000 öffentlichen Ladepunkten sollen laut Bundesregierung möglichst zügig 15.000 werden, darunter 5.000 für die Schnellladung. Dies ist Teil der Umweltprämie aus dem Jahr 2016: Neben einem Kaufzuschuss für Elektro- und Hybridfahrzeuge investiert die Bundesregierung 300 Millionen Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die drei größten Städte Deutschlands, Berlin, Hamburg und München, haben den Bedarf ebenfalls erkannt und stellen zusammen 14 Millionen Euro für den Aufbau von Ladepunkten in ihren Stadtgebieten zur Verfügung.

Hinzu kommen insgesamt 400 Schnellladestationen an Autobahnen in Europa, die der Anbieter IONITY – ein Joint Venture der Automobilhersteller BMW Group, Daimler AG, Ford Motor Company sowie des Volkswagen Konzerns mit Audi und Porsche – bis 2020 installieren will. Die ersten 20 Stationen mit CCS-Anschlüssen und einer Leistung von bis zu 350 kW entstehen derzeit entlang der Hauptverkehrsachsen in Deutschland und Europa. Bei den Stromerzeugern bieten unter anderem Energie Baden-Württemberg (EnBW), Vattenfall und Innogy öffentliche Ladestationen an. Auch die 400 deutschen Autobahnraststätten des Betreibers Tank & Rast sollen mit DC-Schnellladestationen versorgt werden – Anfang 2018 waren 300 Standorte bereits „elektrifiziert“. Durch diesen massiven Ausbau, in dem obige Aktivitäten nur den Anfang darstellen, wird Langstreckenmobilität in Zukunft komfortabel sichergestellt sein.

Die meisten aktuellen Elektrofahrzeuge erlauben eine AC-Ladung mit mindestens 7,4 kW. Als Sonderausstattung werden häufig auch eine AC-Lademöglichkeit mit 11 kW und/oder eine DC-Lademöglichkeit mit 50 kW und mehr angeboten. Welche Lademodi und -leistungen die für Ihre Flotte präferierten Fahrzeuge bieten und der Einsatzfall, spielt daher eine entscheidende Rolle bei der Planung Ihrer Ladeinfrastruktur.

Die einfachste Grundregel der Elektromobilität lautet: Je höher die Ladeleistung, desto schneller ist die Batterie wieder voll. Allerdings kann die Dauer eines Ladevorgangs je nach Lademodus, Ladezustand der Batterie und der vom Fahrzeug aufnehmbaren Leistung (gesteuert vom Laderegler des Fahrzeugs) erheblich variieren. Auch Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Sonneneinstrahlung sowie die Batterietemperatur des Fahrzeugs können eine Rolle spielen. Im Endeffekt bestimmt das „schwächste Glied“ dieser Kette die real mögliche Ladeleistung.

Um die passende Leistung zu finden, sollte man sich fragen: Wie viel Zeit steht für die Vollladung meiner Fahrzeuge zur Verfügung? Dies kann die gesamte Anwesenheitszeit eines Mitarbeiters sein oder auch nur wenige Stunden, z.B. wenn Flottenfahrzeuge auf mehreren Touren täglich im Einsatz sind.

Nein, noch nicht. Überregionale Lösungen setzen sich aber sukzessive durch: Um nicht mit jedem regionalen Versorger Ladeverträge abschließen zu müssen, haben sich Roaming-Anbieter wie Hubject etabliert. Sie bündeln europaweit den Zugang und die Abrechnung unterschiedlicher Ladepunkte. Inzwischen kann man aus einer Vielzahl von Anbietern (z.B. Charge&Fuel der Volkswagen Leasing GmbH) auswählen, die überregionales Laden an 30.000 - 50.000 Ladepunkten in Europa einfach und komfortabel ermöglichen.

Bei der Anordnung der Ladestationen ist außerdem der Verlauf der Versorgungskabel vom Netzanschluss bzw. Transformator zu den Ladestationen zu bedenken. Alle Versorgungskabel sind in Leerrohren oder auf Kabeltrassen zu verlegen. Dabei ist zu beachten, dass keine Gasleitungen gekreuzt werden dürfen.

Überlegen Sie daher schon bei der Standortplanung die mögliche Kabelführung. Die Wege zwischen Netzanschluss/Trafo und Ihrer Ladeinfrastruktur sollte möglichst kurz sein. Sind große Entfernungen zwischen den Ladestationen und dem Hauptverteiler unvermeidlich, empfiehlt sich die Installation von Unterverteilern in der Nähe der Stellplätze.

Alle Kabelquerschnitte und elektrischen Komponenten müssen für die vorgesehenen Ladeleistungen und die entsprechenden Stromflüsse ausgelegt werden. Dabei ist auch zu überprüfen, ob der vorhandene Netzanschluss für die Größe der Flotte ausreicht (ggf. mit Lastmanagement-Unterstützung), oder verstärkt werden muss. Neben einer Verstärkung des vorhandenen Anschlusses kann auch ein neuer, separater Anschluss bzw. Transformator für Ihre Ladeinfrastruktur sinnvoll sein. Für die Schnellladung größerer Flotten ist unter Umständen ein Mittelspannungsanschluss (Ortsnetztransformator) erforderlich.

Plug-in Hybrid Electric Vehicle, d.h. ein Fahrzeug mit Hybridantrieb bei dem die Batterie zusätzlich extern geladen werden kann

Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure. WLTP ist ein seit 2017 gültiger europäischer standardisierter Fahrzyklus zur Bestimmung von Emissionen und Verbrauch von Fahrzeugen; auch Elektrofahrzeuge und Hybride werden hiermit beurteilt. Ab dem 01. September 2018 ist das WLTP-Testverfahren für alle neu zugelassenen Fahrzeuge Pflicht.

Ja, über einen Konzernpartner "The Mobility House" für Einzelkunden und in Zukunft für Groß- und Flottenkunden; Ionity (Zusammenschluss unterschiedlicher OEMs) baut Schnellladesäulen an Autobahnstrecken.