2.14.87.1, 2019-04-02 08:54:09

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Text und Fotos  Michael Schwarz

Mit dem Amarok zum Polarkreis.


Es ist der 3.Oktober letzten Jahres, als ich mit einer Frau in einem kleinen Café sitze. Beim Kaffee träumen wir vom Reisen. Draußen vor der Tür steht unser Amarok. Seit 2011 ist er mittlerweile unsere erste Wahl beim Reisen. Der Wohnwagen steht fertig gepackt zu Hause, nächste Woche geht’s nach Italien aber das kann es noch nicht gewesen sein. Also stecken wir die Köpfe zusammen und 2 Kaffees später ist für den 21.12. die Nachtfähre gebucht. Weihnachten verbringen wir – das sind meine Frau Jacqueline und ich sowie unsere beiden Kinder Finja und Pepe – dieses Jahr am Polarkreis in Finnland. Näher am Weihnachtsmann oder auf finnisch Joulupukki geht nicht.

Mit dem "Schiff" auf die Fähre.


Volkswagen Nutzfahrzeuge sind von der Idee ebenso begeistert wie wir und stellen uns einen aktuellen Amarok V6 zur Verfügung. Damit rollen wir am 21.12. entspannt die ersten 400 km nach Rostock. Mit der Nachtfähre soll es nach Trelleborg gehen, so dass wir ausgeschlafen ins verschneite Schweden starten können. Ok, die Realität sieht anders aus. Wir sind so aufgeregt, das Schiff so laut, die Nacht so kurz. Kurzum als wir am nächsten Morgen schwedischen Boden befahren, sind wir weder ausgeschlafen noch finden wir Schnee.

Das soll sich aber in den nächsten Tagen ändern. Die erste Etappe ist relativ ereignislos, wir kommen gut voran und checken am Abend in ein Hotel in der Nähe von Stockholm ein. Ein erster weißer Puder legt sich nachts über den Amarok. Die kommenden 2 Tage verbringen wir größtenteils auf der E4 Richtung Norden, begleitet von ständigen Geräuschen der Bewunderung. Die Straße führt einfach so traumhaft an den Schären der schwedischen Ostsee vorbei, dass die Kinder es lautstark bewundern und wir es fotografieren müssen.

» Ein Amarok bleibt selten allein. «

Am Vormittag des 23.12. posten wir in unserer Facebookgruppe „Amaroker“ ein Foto unseres Fahrzeuges und nun zeigt sich wieder einmal, wie cool die Community um den Amarok ist. Wir werden zur Fika eingeladen. Fika ist der schwedische Begriff für eine Pause mit Kaffee und Kuchen, die Uhrzeit spielt da nur untergeordnet eine Rolle. In dieser Beziehung sind wir Vollblutschweden und lassen uns nicht lange bitten. Nach 15 Kilometer Umweg kommen wir, wie sollte es anders sein, an Roberts rotem Schwedenhäuschen auf einer kleinen Anhöhe an. Robert und seine Frau sind erst 2018 nach Schweden ausgewandert und fahren wie wir, einen Amarok. Obwohl wir uns nicht kennen, verbringen wir die nächste Stunde wie alte Freunde in ihrem gemütlichen Haus und genießen neben leckerem Kuchen auch die Aussicht ins Tal. Mittlerweile ist es Dunkel, auf die Sonne werden wir sowieso die nächsten Tage verzichten müssen. Dank dem Schnee ist das aber auszuhalten.

Mit einigen kurzen Fotostopps passieren wir um 14 Uhr die finnische Grenze. Im selben Moment schenkt uns die Zeitverschiebung exakt eine Stunde, so dass wir für die letzten 130 km bis Rovaniemi bis 17 Uhr Ortszeit brauchen. Wir haben es geschafft! Die ersten 2.500 km haben wir ohne den kleinsten Zwischenfall überwunden und genießen den Heiligabend in unserer kleinen Familie.

Die folgenden 2 aufregenden Tage verbringen wir in Finnland. Wir treffen den echten Weihnachtsmann in seinem Dorf, unsere Kinder gehen in die Elfenschule und wir können die Rentiere hautnah bewundern. Natürlich überschreiten wir auch Hand in Hand den legendären Polarkreis. Mein Highlight folgt aber in der letzten finnischen Weihnachtsnacht, am 26. Dezember. Gegen 20 Uhr werden wir vom Hotel abgeholt und nach Kemi, einer finnischen Küstenstadt, gebracht. Hier geht es mit Schneemobilen bei minus 25 Grad für die nächsten Stunden quer über die zugefrorene Ostsee. Auf einer kleinen Insel im Meer machen wir Rast und schwatzen mit unserem Guide bei Kinderpunsch und Heidelbeerkuchen seiner Oma.

Unsere letzte Unterkunft vor unserem eigentlichen Ziel Rovaniemi, führt uns erneut ein wenig ins Hinterland. Wir verlassen die Hauptstraße und finden uns augenblicklich im Winterwunderland wieder. Die Straßen bedeckt eine festgefahrene Schicht aus Schnee und die Bäume ringsum können ihre Äste durch die Last des Schnees kaum halten. Das Hostel ist so klein und unauffällig, dass wir trotz warnender Navigation erst einmal daran vorbeifahren. Also umdrehen und staunen. Das Hostel ist eher ein Einfamilienhaus und könnte durchaus als original Requisite für einen Pipi Langstrumpf Film herhalten.
Außen wie innen einfach schön. Es ist fast ein wenig schade, dass wir hier nur eine Nacht bleiben können. Aber, wer mitgerechnet hat merkt, heute ist der 24.Dezember – Heiligabend, und wir haben noch fast 800 km schneebedecktes Schweden vor uns.

» Mit Schneemobilen bei – 25° C quer über die zugefrorene Ostsee. «

Weihnachten ist vorbei und wir treten den Heimweg an. Mit 2 Zwischenstopps wollen wir bis Stockholm fahren. Jacqueline nutzt die Fahrtzeit regelmäßig um nach interessanten Orten zu suchen. Dadurch biegen wir wieder mal von der E4 ab und spazieren beim herrlichem Winterlicht in Lappland durch ein Museumsdorf. Das Örtchen in der Nähe von Lulea hat mittlerweile, wie unsere Heimatstadt Eisleben, den Unesco-Weltkulturerbe-Titel erlangt.

Nach nunmehr 4 Tagen ohne Sonnenlicht ist es ein wahnsinnig tolles Gefühl die Sonne am Horizont wieder zu sehen. Sie begleitet uns mehrere Stunden und man hat das Gefühl eines endlosen Sonnenaufgangs. Irgendwann habe auch ich aufgehört anzuhalten und Fotos zu machen.

Langsam verlassen wir Lappland Richtung Süden, die Straßen und die Landschafft werden wieder „europäischer“ und wir steuern Stockholm an. Der Amarok macht hier in der Großstadt eine ebenso gute Figur wie im verschneiten Lappland, trotzdem hat er Pause und wir erkunden die Hauptstadt Schwedens zu Fuß. Pünktlich zu Silvester reisen wir weiter nach Malmö an der Westküste, um am nächsten Morgen schweren Herzens die Fähre zurück in die Heimat zu nehmen.

Nach 10 Tagen und 5.000 km sind wir wieder zu Hause, der Amarok hat die langen Etappen ebenso gut gemeistert, wie den tiefen Schnee. Dank der ergoComfort-Sitze fühlen wir uns hinterher genauso entspannt, wie vor der Reise. Nur ein Punkt hat nicht gepasst! Wir haben keine Nordlichter gesehen, müssen also nochmal hoch!

Seid ihr neugierig? Lest euch den kompletten Reisebericht auf www.team-schwarz.de durch.

» Der Amarok macht hier in der Großstadt eine ebenso gute Figur wie im verschneiten Lappland. «

Michael Schwarz



Reiseblogger und begeisterter Amarok Fahrer. Camping, Fotografieren und sein Reisegespann sind seine Leidenschaft – und die Familie ist immer dabei.

März 2019