Die vierte Transporter-Generation.Die vierte Transporter-Generation.

1990
Am 6. Januar ist Produktionsbeginn der vierten Transporter-Generation (T4). Das neue Konzept ist ähnlich revolutionär, wie es der Wechsel vom Käfer zum Golf gewesen war: Frontmotor, Frontantrieb ("Zugkopfprinzip") mit quer zur Fahrtrichtung eingebautem wassergekühlten Reihenmotor mit 45 bis 81 kW, neue Doppelquerlenker-Achse vorn, hinten Schräglenkerachse. Zwei Radstände: 2.920 mm und 3.320 mm, drei Nutzklassen mit 800 kg, 1.000 kg und 1.200 kg (Punktlast). Für den Markt bedeutete die Einführung des T4 eine kleine Sensation, denn das Fahrzeug räumt mit allen Vorstellungen vom Bulli auf – und ist dennoch ebenso ein waschechter Volkswagen wie der Käfernachfolger, der Golf.

Das neue Fahrzeug ist in all seinen Eigenschaften so viel besser geworden, dass der Ausdruck vom Quantensprung nicht übertreibt. Und der T4 ist noch einmal vielseitiger als seine sprichwörtlich universellen Vorgänger, denn er wird mit noch mehr Variationsmöglichkeiten des Aufbaus (etwa der zweiten Schiebetür oder der wahlweise erhältlichen Flügeltür) geliefert. Der Markt nimmt die vierte Generation des Typ 2 begeistert auf. Schon Monate vor den ersten Auslieferungen füllen sich die Auftragsbücher. Und auch der T3 läuft noch einige Zeit weiter, bevor die Produktion nach Österreich verlagert wird, sich auf den Bau des syncro einengt und schließlich ganz eingestellt wird.

40jähriges Jubiläum des Volkswagen Transporter: Fast 6.700.000 Transporter wurden in diesen vier Jahrzehnten in drei Generationen gebaut.

Die tschechische Regierung erteilt Volkswagen am 10. Dezember den Zuschlag für die Übernahme des tschechischen Automobilherstellers Skoda. Damit wird, neben Audi und Seat, Skoda die vierte Marke im Konzernverbund.

1991
Zum 1. Januar erhält Volkswagen eine neue Struktur. Diese trennt Konzernführung und Markenleitung von Volkswagen, Audi, Seat und demnächst auch Skoda.

1992
Die Volkswagen Gruppe mit ihren vier Marken ist führend auf den Gebieten der elektronischen Verkehrslenkung, der Entwicklung alternativer Antriebskonzepte und beim Einsatz umweltschonender Fertigungstechnologie.

Das Gemeinschaftsunternehmen Ching Chung Motor Co., Ltd. wird in Taipeh/Taiwan gegründet. Der Anteil der Volkswagen AG an diesem Unternehmen beträgt ein Drittel des Gesamtkapitals. Mit einer Kapazität von jährlich 30.000 Fahrzeugen sollen dort ab 1993 die neuen Transporter verkauft und produziert werden.

Bei der Steyr Daimler Puch AG in Graz wird die Produktion des Transporters der 3. Generation eingestellt. Seit Ende 1990 wurden dort 61.903 Fahrzeuge gebaut.

Vorstandswechsel zum Jahresende: Dr. Carl H. Hahn scheidet aus dem Unternehmen aus.

1993
Am 1. Januar übernimmt Dr. techn. h. c. Dipl.-Ing. ETH Ferdinand Piëch den Vorstandsvorsitz der Volkswagen AG.

Im Januar kommt der "Umweltdiesel" Vierzylinder 1,9 l TD, 1.896 ccm, Leistung 50 kW bei 3.700/min auf den Markt.

1994 – Der L80
Präsentation des in Brasilien produzierten L80. Er bildet den oberen Abschluss des Volkswagen-Angebots.

Der 500.000ste T4 wird in Hannover gebaut.

1995
Der Vorsitzende der Geschäftsleitung Volkswagen Nutzfahrzeuge, Bernd Wiedemann, stellt in einer Pressekonferenz im Juli Volkswagen Nutzfahrzeuge als eigenständige Marke "VWN" der Öffentlichkeit vor. Produziert wird vor allem in Europa und Südamerika. Das Gewicht der neuen Marke: 10 Milliarden Mark Umsatz pro Jahr auf den Märkten der Welt.

Der LT läuft nach 20 Jahren aus. Nie durch anhaltende Boomphasen verwöhnt, verlassen bis zum Auslaufen der Produktion 471.221 Stück das Band in Hannover.

1996
Die Differenzierung der Produkte nach innen geschieht praktisch zeitgleich mit der neuen Konzernpolitik: Volkswagen Nutzfahrzeuge holt 1996 eine Entwicklung nach, die sich fast schon auf dem Notizblock von Ben Pon angedeutet hatte. Das Erfolgsfahrzeug aus Hannover wird zum Zwillingspaar:

  • Der Transporter
  • Die Personenwagen-Linie mit Multivan (Allstar und Classic) und Caravelle

Und zum Jubiläum erhält dieses komfortable Fahrzeug zwei aufregend neue Motoren: einen sportlichen 2,8 l VR6 Motor mit Katalysator und 103 kW, und ein temperamentvolles Sparwunder, den 2,5 l TDI® Kat – einen Diesel-Direkteinspritzer, der den Transporter mit einer Tankfüllung in fast alle seine europäischen Kernmärkte fahren kann.

Der LT wird kurz nach dem 40. Geburtstag des Werks auf der Automobilausstellung in Leipzig vorgestellt. Er bietet neben attraktiver Formgebung neueste Technik, modernes Design, bestmöglichen Fahrkomfort sowie mehr Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, sodass er für alle Transportanforderungen bestens gerüstet ist.

Das Volkswagenwerk in Hannover selbst ist nach rund 30 Großbauvorhaben im Laufe seiner 40-jährigen Geschichte immer noch nicht zur Ruhe gekommen, weitere Erweiterungen sind geplant. Dieser "unmögliche Transporter", der von Hannover aus die Welt des Automobils verändert hat, hat – vielleicht mehr als wir glauben – das Gesicht unserer Welt, unser Lebensgefühl und unsere Erinnerungen geprägt.

Vier Generationen Transporter von Volkswagen, jeder einzelne Typ unverwechselbar, liebenswert, jedes Mal ein Schritt voran an die Spitze der Automobiltechnik.

1997
Der 8.000.000ste Volkswagen-Transporter wird produziert. Im September wird die Volkswagen Poznan GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Volkswagen AG, Bestandteil von VWN. Die Marke wird für den polnischen Standort ergebnis- und produktionsverantwortlich. Die Gesellschaft ist am 1. Dezember 1993 als Joint-venture zwischen der Volkswagen AG und dem polnischen Hersteller von Landwirtschaftsfahrzeugen, Tarpan, gegründet worden.

1998
Eine Million T4. Zu diesem Jubiläum erhält der Bestseller neue leistungsstarke Dieselantriebe: TDI® 65 kW, TDI® 75 kW Automatik und TDI® 75 kW syncro. Als stärkster Dieselmotor steht nun ein TDI® 111 kW zur Verfügung.

1999
Der überarbeitete Multivan mit verbesserter Innenraumgestaltung wird vorgestellt – er verfügt zum Beispiel über drehbare Einzelsitze in der zweiten Reihe. Die Produktpalette der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge reicht vom leichten Stadtlieferwagen Caddy über den Bestseller Transporter mit seinen Pkw-Varianten Caravelle und Multivan bis zur LT-Baureihe mit 4,6 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

Volkswagen Nutzfahrzeuge erfüllt alle Wünsche vom einfachen Kastenwagen über branchenspezifische Komplettfahrzeuge bis zum voll ausgestatteten multimedialen Office-Mobil, der Großraumlimousine Caravelle Business. Mit überlegener Diesel-Direkteinspritzer-Technologie, die bis zum dynamischen Spitzentriebwerk mit 111 kW reicht, ist Volkswagen Nutzfahrzeuge weltweit führend. Wirtschaftlichkeit, Qualität, Funktionalität, Sicherheit, Design und Technik charakterisieren die Fahrzeuge, die kontinuierlich optimiert werden.

Ende November 1999 läuft das 250.000ste Fahrzeug im Werk Poznan vom Band. Seit der Gründung im Jahr 1993 hat Volkswagen Poznan stark expandiert. Diese Entwicklung zeigt sich besonders im steigenden Produktionsvolumen (1993: 235 Fahrzeuge / 1995: 15.000 Fahrzeuge / 1997: 60.000 Fahrzeuge), in der kontinuierlichen Steigerung der Qualität und in der Weiterentwicklung und Vertiefung der Fertigungstechnologien. Hauptprodukte sind der VW Transporter und der Skoda Fabia.

2000
Seit dem 1. Januar ist Volkswagen Nutzfahrzeuge für die industrielle Steuerung der Nutzfahrzeugaktivitäten der am Standort Resende (Brasilien) gefertigten Lkw (7–42 Tonnen) und Bus-Chassis (8 und 16 Tonnen) verantwortlich.
Das brasilianische Werk in Resende ist eine der modernsten Lastwagen- und Omnibusfertigungen der Welt. Das so genannte "Consórcio Modular" am Standort wurde 1995 von Volkswagen do Brasil und sieben Partnern aus der Zulieferindustrie mit einer 250-Millionen-Dollar-Investition gegründet. Es ist ein Produktionskonzept, mit dem die Zulieferer direkt in den Fertigungsprozess integriert werden.
Weitere Schwerpunktmärkte sind neben Brasilien auch Argentinien, Chile und Bolivien. 120 Händler repräsentieren auf dem südamerikanischen Markt die Lkw-Reihe aus Resende.

Im Februar wird die Lkw-Produktreihe mit 15 Modellen der Gewichtsklassen 7–42 Tonnen ("Series 2000") vorgestellt – mit technischen Neuerungen, die Produktivität und Profitabilität der Resende-Produkte erhöhen.

Im Juni eröffnet VWN am Standort Hannover ein neues Kunden Center. Es ist ein Ort der Begegnung zwischen VWN-Mitarbeitern, privaten Kunden sowie vielen Handwerkern und Gewerbetreibenden, für die die Fahrzeuge von VWN oft das wichtigste Transportmittel sind. Im Kunden Center werden auch Fahrzeugflotten etwa für die Polizei oder große Unternehmen in Empfang genommen.

Im Juli erhält VWN einen eigenen Markenvorstand. Sprecher des Markenvorstands ist Bernd Wiedemann. Weitere Vorstandsbereiche sind Produktentwicklung, Produktherstellung, Vertrieb und Marketing sowie Personal.
Die Ertragskraft der Marke versetzt VWN in die Lage, mit eigenen Mitteln das Werk Hannover neu zu strukturieren und zu modernisieren. Es fließt nicht nur Geld in die Entwicklung neuer Produkte und den Aufbau neuer Anlagen. Auch in soziale Belange werden Millionen investiert: Parkplatzflächen werden verbessert, Straßen, Fußwege, Eingangsbereiche und ein großer Teil der Grünflächen werden neu gestaltet.

Im Verlauf des Jahres 2000 wird in Hannover die neue, 70 Millionen Euro teure Großraumsaugerpresse aufgebaut. Es handelt sich um eine der größten Pressenstraßen der Welt. Die Außenmaße der Halle sind mit 195 Metern Länge, 40 Metern Breite und 29 Metern Höhe beeindruckend.

Die Produktion an den Standorten Hannover, Poznan und Resende erreicht im Jahr 2000 Rekordniveau: In Hannover werden 178.000 Fahrzeuge gebaut (139.000 Transporter, Caravelle und Multivan und mehr als 39.000 LT). Die Gesamtstückzahl ist die höchste, die im Werk Hannover von den Baureihen T4 und LT jemals erreicht wurde. Auch die Werke in Poznan (Polen) und Resende erzielen im Jahr 2000 Produktionsrekorde. Umsatz, Absatz und Ergebnis der Marke spiegeln dieses wider. Caravelle und Multivan erhalten den neuen Benzinmotor V6 mit 150 kW.