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Transeurasia: Rekordfahrt von West nach Ost.
Tag 4: Montag, der 5.10.2009 – Perm und Omsk.Wir vermeiden die Hauptstrecken Richtung Osten und werden belohnt: Besonders wenige Lastwagen ermöglichen gutes Vorankommen. Eine weitere lange Nacht beginnt. Jetzt sind unsere Zusatzscheinwerfer auf dem Dach Gold wert, sie bohren einen Lichtunnel in die Dunkelheit. Der Straßenzustand ist jedoch oft miserabel, immer wieder kracht der Caddy Maxi Life 4MOTION* in Frostaufbrüche und über Teerkanten. Bei einer kleinen Ortschaft stoppt uns ein Polizist, als er erfährt, dass wir nach Magadan wollen, wünscht er uns viel Glück und winkt uns durch. Jeder von uns bekommt heute trotz Gerüttel etwas Schlaf. Als es hell wird, liegt Moskau schon wieder fast 1.500 km hinter uns. | |
Dass die Infrastruktur auf unserer Nebenstrecke nicht ganz so gut ist, bemerken wir bei der Suche nach einer Tankstelle – über 150 km nichts. Die Reichweitenanzeige steht schon seit über 20 km auf Null, mit dem allerletzten Tropfen rollen wir auf eine antiquierte Tankstelle. Perm ist wieder einer der Meilensteine für unsere Planung. Wir sind seit 66 Stunden unterwegs und haben 6369 km zurückgelegt. Wir haben seit Lissabon 3 Stunden auf unser "best case"-Szenario rausgefahren und 4 Stunden durch kurze Haltezeiten eingespart. Ein beruhigender Puffer für die Weite Sibiriens.
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| Auf unserer Route im Norden besteht der Ural nur aus ein paar Hügeln, die knapp 300 m hoch sind. Ab und zu ein paar idyllische Dörfer mit Holzhäusern. Beinahe verpassen wir die „Grenze“ zwischen Europa und Asien, sie ist nur auf der Gegenfahrbahn der Stadtautobahn von Jekaterinburg mit einem Monument markiert. Wir belohnen uns trotzdem für diesen Beginn des zweiten Teils der Fahrt und schenken uns eine halbe Stunde Zeit für Hygiene und Einkaufen in einem riesigen Shopping Center.
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| Ab Jekaterinburg treffen wir wieder auf die Hauptstrecke: viele Lastwagen und ständiges Überholen. Als ich mich in einem Kreisel zu spät für das Abbiegen entscheide und eine neue Spur eröffne, haben wir wieder ein nettes Erlebnis mit der Polizei. Sofort werden wir rausgewunken und ich werde zum vertraulichen Gespräch in den Fond des Ladas gebeten. Aber ich werde nur verwarnt, mit dem Hinweis dass das „njet bolschoi“ (also „keine Meisterleistung“) war. Mit einem „gute Fahrt“ werden wir weiter geschickt. Als es Nacht wird, dünnt auch der Verkehr zusehends aus, die Straße ist oft gut, oft aber auch katastrophal mit tiefen Spurrinnen der Lastwagen im Teer. Wir verlieren eine Radkappe und müssen Luft in einem Vorderreifen nachfüllen. Die Temperaturen sinken unter Null.
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Tag 5: Dienstag, der 6.10.2009 – Novosibirsk und Krasnojarsk.Die Strecke zwischen Omsk und Novosibirsk ist lang und eintönig. Was machen wir den ganzen Tag? Es gibt zwei Hauptbetätigungsfelder. Für den Fahrer: Fahren und aufpassen, was die anderen so machen. Für den Beifahrer: Schlafen. Daneben gibt es noch einige Nebentätigkeiten. Diese sind mal besser durch den Fahrer, mal durch den Beifahrer auszuführen. | |
Dazu gehört das Fotografieren, Tagebuch schreiben, dem Fahrer alles geben, was er begehrt, Zähne putzen (und den Schaum beim Ausspucken nicht ins Gesicht geweht bekommen), den anderen glauben lassen, man müsse noch gar nicht, Brote schmieren, navigieren, versuchen zu schlafen, pseudo-aussagekräftige Statistiken über Zeit und Strecke aufstellen, DVD anschauen, Bilder löschen, übers Wetter reden und das Musikprogramm bestimmen. Ansonsten haben wir auf dem Weg nach Novosibirsk die Hälfte der Gesamtstrecke zurückgelegt, die zweite Radkappe verloren und die anderen Radkappen dann lieber auch gleich entfernt.
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| Mittlerweile sind wir so weit im Osten, dass die Ortszeit 8 oder mittlerweile 9 Stunden von der GMT abweicht. Kurz nach Novosibirsk wurde das Wetter schlechter. Die Wolkendecke verhindert aber das Auskühlen und so wird es heute Nacht wohl keinen Frost geben. Die Weite Sibiriens erkennt man an den Straßenschildern: Entfernungen werden gerne in tausenden Kilometern angegeben.
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| Dass wir nach Magadan fahren wollen, ist hier auch nicht mehr so ungewöhnlich. Die Straße windet sich zunächst durch ein kleines Gebirge, alte Holzhäuser stehen entlang der Strecke. Dann folgen wir mehrere Kilometer der Transsibirischen Eisenbahn. Irgendwo endet unser heutiger Fahrtag mit genau 8.888,8 Gesamtkilometern. Hervorragender glatter Straßenbelag auf den letzten 200 km. Und jetzt muss einfach mal der Caddy Maxi Life 4MOTION gelobt werden: Wenn er nicht so unkompliziert und komfortabel laufen würde, könnten wir dieses Fahrpensum nie schaffen.
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Tag 6: Mittwoch, der 7.10.2009 – Irkutsk und Ulan Ude.Manchmal muss man langsam sein, um schnell sein zu können. Schon kurz nach dem gestrigen Tagebucheintrag wurde die Straße miserabel. Bodenwellen, tiefe Schlaglöcher und Bruchkanten an den Brücken zwangen uns, die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren. Im Laufe der Nacht kam es noch übler. Abschnittsweise war die Strecke nicht befestigt. Die Strecken bestanden aus einzelnen Teerinseln und dem grobsteinigen Unterbau der ehemaligen Straße. Ein echter Reifenkiller. Oft im ersten Gang suchten wir uns einen materialschonenden Weg hindurch, schließlich stehen uns auf den nächsten Kilometern die wahren Herausforderungen erst noch bevor. Viel später als erhofft, jedoch ohne Panne oder gar Schaden, kommen wir in Irkutsk an. Zwei Drittel der Strecke liegen hinter uns! Und vor uns liegt der interessanteste und spannendste Teil der Strecke. | |
Der letzte und schwierigste Teil unserer Rekordfahrt hat begonnen. Entlang des Baikalsees und der neuen Trasse nach Wladiwostok, dann auf dem berühmt berüchtigten Kolyma Highway nach Jakutsk, weiter bis fast an den Polarkreis nahe dem Kältepol der Erde. Und schließlich soll es nach Magadan am Pazifik gehen – 5.000 km Abenteuer. In Irkutsk tanken wir an einer vertrauenswürdigen Tankstelle auch unsere Reservekanister voll. Ab jetzt ist das Tankstellennetz nicht mehr ganz so dicht und wir wollen vermeiden, nachts an einer geschlossenen Tankstelle Zeit zu verlieren. Die Fahrt entlang des Baikalsees ist bisher der landschaftlich schönste Teil der Fahrt. Kurvenreich schlängelt sich die Straße entlang des Sees und erlaubt immer wieder Ausblicke auf die Herbstlandschaft. Auf den nahen 2.000ern liegt schon Schnee. Wir sind in Ulan Ude, dem russischen Tor zur Mongolei. Über Nacht werden wir versuchen, bis hinter Chita zu kommen.
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Was das Team auf seiner weiteren Tour bis hin zum Ziel "Magadan" alles erlebt, erfahren Sie hier:
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